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Samstag, 4. September 2010
Leser schreiben: Fondue Chinoise, das Original Drucken E-Mail
Dienstag, 28. August 2007
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Stundenlang schlemmen à la chinoise: Fleisch-, Gemüse- und Fischspiesschen zu vier Euro, drei Flaschen Bier inbegriffen. Die Billigvariante stellt ein Mahl aus Hühnerfüssen, Köpfen, Hälsen und allerlei Innereien dar.
Chengdu / Volksrepublik China

Fondue à la chinoise - auf chinesisch

Von Werner Sutter aus Chengdu*

Wäääär hets erfunde? Man denkt an den legendären Spruch aus der Ricola-Werbung - aber mit umgekehrten Vorzeichen: Eine Variante des in der Schweiz beliebten Fondue Chinoise , gelegentlich auch Mongolentopf genannt, ist in der Gegend von Chengdu in der Provinz Sichuan/ China seit jeher die bekannteste regionale Spezialität.

 

Billigvariante: Hühnerfüsse, Hühnerköpfe, Leber, Lunge...

Nur wird den Touristen das Fondue Chinoise hier in Chengdu als Hot Pot angeboten. Und natürlich wird der Hot Pot nicht in einer Fondue-Käsepfanne serviert, sondern auf Wunsch in einem unterteilten Topf mit zwei verschiedenen Brühen. Offensichtlich ist saftiges Pouletfleisch, Fisch, Krabben und Rind- oder Schweinefleisch nur einer gut betuchten Kundschaft vorbehalten. Das Volk begnügt sich oftmals mit Innereien von Geflügel, Hühnerköpfen und Hühnerhälsen. Als alltäglich gilt auch der Verzehr von Hühnerfüssen, deren spärliches Fleisch in der Brühe weichgekocht und anschliessend geknabbert wird.

Chengdu gilt als die Hochburg des Hot Pot. Mehr als die Hälfte aller Restaurants ist darauf spezialisiert. Mitten in den Tischen befinden sich runde Aussparungen, darunter stehen Gasbrenner. In die Aussparung wird ein Behälter von etwa dreissig Zentimeter Durchmesser gestellt. Darin köchelt bald eine mit mancherlei Zutaten gewürzte Brühe, bei der Variante mit einer Unterteilung im Topf eben mit zwei verschiedenen mehr oder weniger fettigen Brühen. Als Gaumenkitzel werden gehackter Knoblauch und Petersilie, aromatisierte Öle, Kokosmilch, Orangenkonzentrat, Soja- und Chilisauce gereicht. Aus diesen Zutaten rührt man sich nach Belieben seine Sauce zusammen. In gehobenenen Restaurants holt man sich anschliessend aus einem gekühlten Raum verschiedene Spiesschen. Mehr als hundert Sorten sind in der Regel vorrätig: Spiesschen mit Gemüse, mit Früchten, mit Fisch und Krustentieren, mit Fleisch, mit Tofu, mit Pilzen und weiteren, in Europa unbekannten Zutaten. Diese Spiesschen gart man nun in der Brühe. Ortsansässige schmausen auf diese Weise manchmal stundenlang nach Herzenslust. Dazu wird Tee, Bier oder Wein getrunken. Auch Touristen schlagen sich hier - "all you can eat" - den Bauch voll, was inklusive drei Flaschen Bier etwa 40 Yuan kostet. Das sind sechs Schweizer Franken oder vier Euro. Hot Pot ist vergleichsweise teuer, er kostet rund das Doppelte dessen, was man in China sonst für gutes Essen ausgibt, etwa für "Sweet&Sour" mit Reis und Gemüse.

Wikipedia: VR China

*Dies ist ein Leserbeitrag des Schweizer Weltenbummlers, Gastronomen und EDV-Fachmanns Werner Sutter. Haben Sie auf Ihrer Reise Hoteliers und Gastronomen aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz getroffen? Haben Sie Aussergewöhnliches erlebt, das Berufskolleginnen und Berufskollegen interessiert? Ob Asien, Südsee, Alaska, Feuerland oder Karibik: Senden Sie uns Ihren Text mit digitalen Fotos über Berufsleute im Ausland, über erfolgreiche oder aussergewöhnliche Restaurant- oder Hotelkonzepte! Textform spielt keine Rolle, selbst Stichworte genügen. Die redaktionelle Bearbeitung erfolgt durch artichox.
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 22. Januar 2010 )
 
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