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Donnerstag, 4. Februar 2010

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Tapas – hierzulande zu teuer? In Spaniens Städten stehen sie an jeder Ecke, doch hierzulande harzt es mit der Verbreitung der Tapas-Bars. Dies, obwohl sich ein paar Franchiser seit Jahren um Expansion bemühen. Die Voraussetzungen für den Erfolg wären eigentlich gegeben: In den Ferien liebgewonnene Gerichte und Gewohnheiten hätten das Potenzial, Gäste auch daheim in Stimmung zu bringen, denn kleine Happen und Finger Food erfreuen sich generell einer wachsenden Beliebtheit. Und: Weinkonsum zum Essen signalisiert eine gehobene Lebensweise. Ausserdem sind Bars und Lounges beliebte Treffpunkte des urbanen Ausgehvolkes. Spanisches Restaurant-Design und typische Musik würden das übrige dazu beitragen. Sagt einem der Bauch. Doch: Mehrere geschäftliche Flops von Tapas-Bars, selbst an sehr guten Lagen, sind es wert, nach den Ursachen zu suchen. Fehlte den Betreibern die Geduld und der Durchhaltewille? Kann sein. Wie wir alle wissen, haben Hamburger-Konzepte weltweit den Siegeszug angetreten. Zur Erinnerung: Der Anfang war in Europa auch für die amerikanischen Konzerne wie McD und BK schwer, es mussten gar einige Läden wieder dichtmachen.

Nun, zwischen einem Hamburger und einer - meist kalten - Tapas-Mahlzeit mit ein oder zwei Gläsern Wein liegen Welten. Auch was die Kalkulation betrifft. Damit sind die hierzulande oft hohen Weinpreise angesprochen: In Spanien wird Wein in Bars meistens sehr günstig verkauft. Bei uns sind hohe Weinpreise oft in der Kritik und eine todsichere Methode, Gäste gründlich zu verärgern.  

Zum Food: Lassen sich manche Tapas im Handumdrehen oder auf Vorrat zubereiten, sind andere als arbeitsintensiv, heikel und als schnell verderblich zu bezeichnen. Das modische Anrichten von Miniportionen auf zahlreichen Tellerchen und Schälchen verteuert die Sache zusätzlich. Kurz, der Arbeitsaufwand ist nicht zu unterschätzen und mit entsprechenden Kosten verbunden. Das heisst für den Gast: Schnell läppert sich ein namhafter Betrag zusammen – der Vergleich zu Preis und Leistung eines traditionellen Menu-Tellers bei der Konkurrenz drängt sich auf. Dabei war die ursprüngliche Idee in Spaniens Bars eigentlich bloss, mit Tapas den Wein- und Bierkonsum mit Gratishäppchen zu fördern.

Zurück zum harten Business in nördlichen Gefilden: In diesen Tagen machen sich fünf Berner Quereinsteiger daran, eine Tapas-Bar zu eröffnen. Wobei: Quereinsteiger haben schon manchem erfahrenen Gastronomen gezeigt, wie man Geld verdient. Dafür gibt es zahlreiche Beispiele. Ob es unserem Berner Quintett auch gelingt? Wir bleiben dran. Mehr über die neue Tapas-Bar in Bern...

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Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 17. Juni 2010 )